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40 Jahre VKM - Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V.- VKM e.V

40 Jahre VKM

Glück kann man teilen, Sorgen auch!
40 Jahre Elternverein im nördlichen Märkischen Kreis

 „Das Tun interessiert, das Getane nicht. (Dieses Wort stammt von dem großen deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe.)

Sicher, spannender ist immer das, was künftig kommt. Das Neue ist immer aufregend. Aber in Augenblicken wie diesen ist es wichtig, einen Schritt zurückzutreten, das Getane zu betrachten und zu prüfen. Wenn wir damit zufrieden sind, dann können wir sagen: Weiter so!

Der 40. Geburtstag des Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. ist daher ein guter Grund, auf die Anfänge des Elternvereins und auf Erreichtes zurück zu schauen.

In den 60er Jahren begannen Eltern, ihre Scheu abzulegen, sich mit ihren behinderten Kindern in der Öffentlichkeit zu zeigen. In diesen Jahren schlossen sich in vielen Regionen Elterninitiativen zusammen, oft unterstützt durch Ärzte und Therapeuten.

Am 19.06.1970 fand sich auch im damaligen Kreis Iserlohn eine Elterninitiative zusammen, um die noch völlig unzureichende Förderung und Versorgung spastisch gelähmter, körperbehinderter und mehrfachbehinderter Kinder im jetzigen nördlichen Märkischen Kreis zu verbessern.

006 webGemeinsam suchten die Eltern Wege zu positiven Lebensbedingung für ihre Angehörigen mit Handicap. Der Austausch untereinander war wichtig, um die zahlreichen Schwierigkeiten, die sich im Leben eines Menschen mit Behinderung und seiner Familie ergeben, zu meistern.

An diesem Ziel orientierte sich auch der Vereinsname bei der Gründung: Verein zur Förderung spastisch gelähmter und anderweitig Körperbehinderter Iserlohn e. V..

Ziel des Vereins laut Satzung war und ist es, die Entwicklung körperlich und mehrfachbehinderter Menschen in allen Lebensbereichen zu fördern, ihre Interessen in der Öffentlichkeit zu vertreten und ihnen alle erdenklichen Möglichkeiten zu geben, ihre Lebenschancen wahrzunehmen.

In den ersten Jahren beteiligten sich die Eltern am Aufbau und der Ausstattung der Sondereinrichtungen, wie z. B. der Schule für körperbehinderte Menschen, die sich damals in Menden-Barge befand. Zahlreiche Probleme waren zu meistern, bevor allen Kindern mit Behinderungen der Besuch einer Schule möglich war, unabhängig vom Schweregrad der Behinderung.

Neben Aktionen, wie der Förderung von Therapien und des Therapeutischen Reitens, gehörten die Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen (z. B. Erbrecht oder Betreuungsrecht) zum gut besuchten Angebot.

Ein buntes Sommerfest und eine besinnliche Weihnachtsfeier rundeten das Jahresprogramm ab.

Im Jahr 2007 wurde der Name des Vereins dem heutigen Sprachgebrauch angepasst: Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (VKM). Der VKM ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt.


Neue Heimat und Chance - Wohnen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Im Jahr 2000 kam es zum großen Aufbruch. Eltern des Vereins stellten fest, dass für die nun überwiegend erwachsenen schwer behinderten Angehörigen Wohnmöglichkeiten fehlten, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht werden: Schutz und Hilfe rund um die Uhr.

Die Frage kam auf: Was wird aus meinem Kind, wenn ich nicht mehr kann?

Und der kleine Elternverein setzte sich ein großes Ziel: Wir bewegen etwas für unsere Kinder, schaffen ihnen einen Raum zum Leben, ein zweites Zuhause.

Nach einer mehrjährigen engagierten Planungsphase, unterstützt von Spenden der Bevölkerung und von Stiftungen, konnte 2004 der 1. Spatenstich für ein völlig rollstuhlgerechtes Wohnhaus mit 24 Wohnplätzen an der Sollingstraße in Menden erfolgen.

Am 1. November 2005 zogen 20 Menschen mit besonderen Bedürfnissen in das „Wohnhaus Sollingstraße“ ein, Menschen mit unterschiedlichen geistigen und körperlichen Behinderungen im Alter von 18 bis 55 Jahren. Wenige Wochen später waren alle Zimmer belegt.

Am 1. November 2009 konnte der Verein sein 2. Wohnhaus einweihen, die „Villa Dominik“, ebenfalls barrierefrei, eine nach neuestem Standard  umgebaute Villa am Ortseingang von Menden für 20 weitere Menschen mit Behinderungen.

In beiden Wohneinrichtungen werden die dort lebenden Menschen von einem engagierten Team aus Pädagoginnen und Pädagogen, Pflegekräften und Mitarbeitern aus weiteren Professionen begleitet und unterstützt.

Weitgehende Selbstbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner ist dabei handlungsleitend.


Unterstützung der Familien mit einem besonderen Kind

In vielen unserer Mitgliedsfamilien lebt das Kind oder der bzw. die Angehörige mit Behinderung noch im Kreis seiner Familie.

Eltern und Angehörige von Menschen mit Behinderungen und oft zusätzlichem Pflege - und Aufsichtsbedarf sind täglich gefordert, sind oft rund um die Uhr regelmäßig für den Menschen da, der ihre Hilfe benötigt.
Als Elternverein ist uns aus eigener Erfahrung bekannt, wie viel Kraft und Energie das kostet. Wir sind mit der besonderen Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen und ihren Familien vertraut und wissen, dass für eigene Bedürfnisses und Wünsche der Angehörigen oft kaum Zeit bleibt.

Der Bedarf nach individueller und umfassender Beratung und Unterstützung für  diese Menschen mit Behinderungen und ihre Familien führte 2005 mit finanzieller Förderung durch die „Aktion Mensch“ zur Gründung des Familienunterstützenden Dienstes (FUD).

Der FuD schafft „Freiräume“, damit Angehörige ihre Kräfte auftanken können, aber auch, damit sie am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FuD übernehmen stundenweise die Betreuung der Menschen mit Behinderungen, meist im häuslichen Umfeld, zeitlich flexibel nach dem Bedarf der Familien.

Für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden vom FuD regelmäßig Freizeitaktivitäten angeboten.

Einwöchige integrative Freizeiten sind für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Highlight in Jahr.

In den Schulferien werden durch eine Ferienbetreuung mit buntem Programm während der unterrichtsfreien Zeit der Förderschulen insbesondere berufstätige Eltern entlastet.


Elternverein: Glück kann man teilen, Sorgen auch

Der VKM will auch in  Zukunft eine starke Gemeinschaft von Eltern sein, unabhängig davon, ob die von einer Behinderung betroffenen Menschen in unseren Wohneinrichtungen oder noch in ihren Familien leben.

Großen Wert legen wir auf Kontakte zu und mit den Eltern und Angehörigen der Betroffenen. Familie gibt auch nicht behinderten Menschen Rückhalt, trotz der üblichen Ablösung im Erwachsenenalter. Die Bedeutung der Familie für den Menschen mit Behinderungen ist nicht geringer, egal, wo er wohnt. In der Familie erfährt er Kontinuität, weiß sich angenommen.

Ich selbst kam Ende der 80er Jahre über einen Förderkindergarten meines Sohnes zum VKM.

Ich möchte andere Eltern von behinderten Menschen ermutigen, sich ebenfalls dem Verein anschließen.

Wie ich damals werden sie merken, wie gut es tut, am Ende des Einzelkämpferdaseins anzukommen. Denn auch heute noch ist das Leben für Familien mit einem behinderten Kind voll von Herausforderungen.

Wir finden Wege des Miteinanders in unserem Alltag, freuen uns zusammen, machen  uns gegenseitig Mut und lassen uns auch in der Trauer über Rückschritte oder Verluste nicht allein.

Wir informieren uns gegenseitig, suchen neue Quellen der Beratung, vertreten gemeinsame Interessen.

Regelmäßige Elterntreffen in den Wohnhäusern erfahren gute Resonanz.


Dafür stehen wir:

Jeder Mensch ist einzigartig und niemand ist in erster Linie behindert. Jeder hat seine Träume und Vorlieben, seine Stärken und Schwächen, hat den Wunsch, sich als wertvoll und geliebt zu erfahren.

Der einzelne Mensch mit Behinderung und seine Familie stehen daher im Mittelpunkt des Interesses und der Arbeit des VKM. Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, ein lebenswertes und förderndes Umfeld sowie die Entlastung der betroffenen Familien sind auch künftig unsere Ziele.

Heute arbeiten 60 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ca. 20 ehrenamtliche Helfer engagiert für die Anliegen des VKM.

Der beim Gericht eingetragene Geschäftsführende Vorstand und die weiteren Vorstandsmitglieder sind Eltern behinderter Kinder und daher mit allen Schwierigkeiten und Herausforderungen vertraut, die die Situation und den Alltag dieser Familien prägen.

Der Vorstand arbeitet bis heute ehrenamtlich.

Etwa 80 Mitgliedsfamilien gehören dem VKM an. Diese Familien und einige Fördermitglieder unterstützen unsere Arbeit.

Damals wie heute: Gemeinsam sind wir stark

Die zurückliegenden, erfolgreichen 40 Jahre sind der beste Beweis!

Wir danken allen, die den Erfolg mit uns gemeinsam möglich gemacht haben.

Wir danken den Förderern aus Politik und Wirtschaft, die unsere Arbeit in der Vergangenheit unterstützt haben und unseren Weg begleitet haben.

Unser Dank gilt der Aktion Mensch, ohne deren finanzielle Hilfe der Bau der Wohneinrichtungen, der Aufbau des FuD und die Finanzierung unserer Fahrzeuge nicht möglich gewesen wären.

Wir danken dem Paritätischen Wohlfahrtsverband für die gute Beratung.

Dank auch an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe für die gute Zusammenarbeit.

Ganz besonders danken wir dem Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, wo wir jeder Zeit ein offenes Ohr fanden und Rat bekamen.

Unser Dank gilt nicht zuletzt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit uns die Einrichtungen aufgebaut haben.

Auch wenn wir uns nicht mit allen Genannten immer einig über die Wege waren, so verfolgen wir doch alle das gleiche Ziel:

Gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft.

 
Marie-Ellen Krause

(Vorstand)